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Paarberatung oder Paartherapie: Was ist der Unterschied?

Jenny Wiens ·

Wenn es in einer Beziehung knirscht, suchen viele Paare nach „Paartherapie“. Gemeint ist meist: professionelle Unterstützung, damit Streit, Sprachlosigkeit oder Entfremdung nicht das letzte Wort haben. Rechtlich und inhaltlich gibt es aber einen Unterschied zwischen Paarberatung und Paartherapie. Er entscheidet darüber, wer euch begleiten darf und wer die Kosten trägt.

Kurz gesagt

  • Paarberatung unterstützt Paare bei Konflikten, Kommunikationsproblemen, Krisen und Umbrüchen. Sie stellt keine Diagnosen und behandelt keine Krankheiten.
  • Paartherapie im engeren Sinn ist Heilkunde: Sie behandelt eine psychische Erkrankung, die mit der Beziehung zusammenhängt oder sie belastet. Das dürfen nur Ärztinnen und Ärzte, approbierte Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie Menschen mit Heilpraktikererlaubnis.

Warum die Begriffe so oft verwechselt werden

„Paartherapie“ ist kein geschützter Begriff, und im Alltag wird er für fast jede Form der Unterstützung für Paare verwendet. Entscheidend ist nicht das Wort, sondern was tatsächlich passiert. Das Heilpraktikergesetz definiert Heilkunde als jede berufsmäßige Tätigkeit „zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Krankheiten, Leiden oder Körperschäden bei Menschen“. Wer psychische Erkrankungen behandelt, braucht deshalb eine entsprechende Erlaubnis – egal, wie das Angebot heißt.

Für euch als Paar ist das eine nützliche Orientierung: Eine seriöse Beratung sagt klar, was sie ist und was nicht.

Wann Paarberatung passt

Paarberatung ist für Paare gedacht, die gemeinsam etwas verändern möchten, zum Beispiel wenn ihr

  • immer wieder in dieselben Streitigkeiten geratet,
  • kaum noch offen miteinander sprecht oder euch fremd geworden seid,
  • vor einem Umbruch steht – Zusammenziehen, Kinder, Jobwechsel, Umzug,
  • eine Entscheidung über eure gemeinsame Zukunft treffen wollt,
  • eure Beziehung bewusst stärken möchtet, bevor es kriselt.

In der Beratung geht es darum, Muster zu verstehen, einander wieder zuzuhören und neue Wege zu finden, miteinander zu sprechen.

Wann eine Therapie der bessere Weg ist

Wenn einer von euch unter einer psychischen Erkrankung leidet – etwa einer Depression, einer Angststörung oder einer Sucht –, gehört das in ärztliche oder psychotherapeutische Hände. Ein erster Schritt ist die Hausarztpraxis oder eine psychotherapeutische Sprechstunde; Termine vermittelt die Terminservicestelle unter 116117.

Gut zu wissen: Die Systemische Therapie ist seit 2020 auch für Erwachsene eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Dabei können Partnerinnen und Partner in die Behandlung einbezogen werden. Voraussetzung ist eine behandlungsbedürftige Erkrankung bei einer Person.

Gibt es in eurer Beziehung Gewalt, ist weder Paarberatung noch Paartherapie der erste Schritt. Unterstützung gibt es beim Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ (116 016, rund um die Uhr) und beim Hilfetelefon „Gewalt an Männern“ (0800 123 9900). In akuter Gefahr: 110.

Wer trägt die Kosten?

Paarberatung ist keine Leistung der Krankenkasse. Beratung in freier Praxis wird privat bezahlt. Kirchliche und andere gemeinnützige Beratungsstellen bieten Paarberatung teilweise kostenfrei oder gegen eine Spende an. Adressen in Hamburg und was die Krankenkasse übernimmt, steht im Überblick Paartherapie in Hamburg: Kosten, Krankenkasse und kostenlose Beratung.

In meiner Praxis werden alle Leistungen privat abgerechnet. Wie die Kosten geregelt sind, findest du unter Ablauf & Preise.

Wie Paarberatung bei mir abläuft

In der Paarberatung sitzen wir zu dritt zusammen. Ich achte darauf, dass ihr beide gleichermaßen zu Wort kommt, und helfe euch, festgefahrene Gesprächsmuster zu erkennen. Es geht nicht darum, wer recht hat, sondern darum, welche Bedürfnisse hinter euren Konflikten stehen. Mehr dazu auf der Seite Paarberatung.

Quellen